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Street Photography – Mein Anfang

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Meine erste Kamera, eine Canon AE-1 mit einem FD-50/1.8 Objektiv, vermochte nicht in mir den Impuls auszulösen, mich mit Straßen-Fotografie auseinanderzusetzen. Die Initialzündung wurde erst durch die kleine hübsche Rollei 35 S freigesetzt, meine erste kompakte Kamera mit der ich mich auch auf die Straße wagte.

Ganz frei und unbefangen machte ich meine ersten Streetshoots, die keiner höheren Logik folgten, sondern ganz intuitiv aus dem Bauch entstanden. Die Rollei habe ich wirklich gern gehabt, optisch empfand ich sie als Ausnahmeerscheinung, denn geprägt durch die Konsumgeräte der 80er, der Canon/Nikons jener Zeit, war sie irgendwie anachronistisch. Das ganz und gar eckige Design, welches die Kamera aus verchromten Metall umschloss, das schwarze, haptisch recht griffige Kameraleder, der versenkbare Objektiv-Tubus des kleinen Zeiss Tessar Objektivs, machten diese Kamera für mich zu einer treuen und ständigen Begleiterin.

en.Ich habe viele aus der Zeit der 90er entstandenen Negative digitalisiert, da der Zahn der Zeit auf vielen Zelluloid-Streifen mächtig Spuren hinterließ, bzw. Bakterien wohl so manche Fressorgie auf der Gelatine des Films zelebriert haben, da ich bei der Lagerung meiner Negativbestände ziemlich nachlässig war. Ganze Jahre anhaltende Perioden, welche meine Negative, von einfachen Aktenordnern aus Pappe beherbergt, im feuchten Keller verbrachten mussten.
Den Stillleben tat diese Bakterienkur ziemlich gut, sie haben dadurch wirklich eine Aufwertung erfahren. Bei vielen anderen Fotos ist es jetzt ziemlich egal, da sie gemacht werden mussten, um mich didaktisch um Erkenntnisse reicher werden lassen sollten und nur um dieser Sache wegen Mittel zum Zweck waren.

So manche Kamera ist mir im Laufe der Zeit in die Hände gefallen; hat mich zur Verzweiflung gebracht, ich habe einige gehasst, andere wiederum geliebt, aber diese Liebe zur dieser Rollei, war schon eine ganz besondere.
Ich werde das Szenario am Hamburger Hauptbahnhof, besetzt mit einem in Konversation mit einem Mann mittleren Alters getretenen Pantomome-Künstlers, nicht vergessen, welches ich mit dieser Kamera festzuhalten gedachte. Durch einen lässigen Aufschwung aus dem Arm gelang es auch, unter Zuhilfenahme der manuellen Entfernungseinstellung, das Bild einzufrieren.
Wie selbstverständlich man durch variieren der Hyperfokaldistanz-Einstellung, die Schärfentiefe unter Kontrolle hielt. In den meisten Fällen klappte das auch zufriedenstellend für damalige Verhältnisse.

analog, Street Photography

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